Can a fake be the real deal?

3. August 2014


Im letzten Sonntagspost habe ich euch ja erzählt, was ich von dem "Overhype" halte (wer ihn noch nicht gelesen hat, kann dies hier nachholen). Als ein Beispiel stand da auch etwas von "Taschenmodell von Céline" und natürlich "überteuert". Und genau um den Zusammenhang dieser beiden Begriffe soll es heute gehen.
Denn die Luggage Bag von eben jener bekannten französischen (und vor allem sehr kostspieligen) Marke bekomme ich seit gefühlten 10 Jahren nicht mehr aus dem Kopf. Während Céline sicherlich auch ausgefallenere Taschen vorzuweisen hat, finde ich diese sehr alltagstauglich und dennoch unglaublich chic - für mich ist sie einfach der Inbegriff einer perfekten Tasche. Dass sie von Models wie Rosie Huntigton-Whiteley, deren Stil ich eh vergöttere, und Miranda Kerr regelmäßig ausgeführt werden und deshalb überall zu sehen sind. Aber: so viel Geld möchte und kann ich nicht für eine Tasche bezahlen. 

Quellen: 1 - 2 - 3 - 4

Als ich dann in Schweinfurt auf einen Laden gestoßen bin, der "nachgemachte" Taschen verkaufte, machte mich das etwas nachdenklich - fand ich es okay, eine so ähnliche Tasche zu kaufen? Kann also ein Fake "the real deal" sein? Ich rede hier nicht von einem Fake im Sinne von das Produkt ist identisch und der Markennamen steht drauf. Es sollte sich von selbst verstehen, dass ich sowas nicht unterstützen möchte. Es geht also nicht darum, dass das Produkt dem Kunden vorgaukelt ein anderes zu sein, sondern dass der Kunde genau weiß, dass er ein etwas anderes, dennoch ähnliches Produkt kauft - der Unterschied zwischen gefälscht und nachgemacht.


Ich weiß, dass es zu diesem Thema sicherlich viele verschiedene Ansichten gibt, die alle irgendwo ihre Begründung haben. Hier ist meine: Ich finde es nicht in Ordnung, ein Produkt, in diesem Fall ein Taschenmodell, nicht haben zu dürfen, nur weil man nicht mehrere hundert oder auch tausend Euro dafür ausgeben möchte. So lange auf dem Produkt also nicht illegalerweise ein falscher Markenname steht, finde ich es absolut okay es zu kaufen.


Also haben meine Mutter und ich uns zusammen zwei dieser Taschen gekauft - und ich habe deswegen kein schlechtes Gewissen. Es sind leichte Abwandlungen an der Tasche (sie sieht also nicht identisch aus), den Namen "Céline" sucht man vergeblich und ich glaube nicht, dass so eine Riesenmarke durch mich Verluste verzeichnen wird, da es immer noch irgendwo ein Statussymbol ist, eine echte zu besitzen und ihren Ruf wird durch mich mit meiner nur nachgemachten, nicht gefälschten Tasche nicht geschädigt (was ich auch mit diesem Post keinenfalls bezwecke). 
Wie seht ihr das - ist "nachgemacht" okay? Würdet ihr euch auch etwas nachgemachtes kaufen, oder nur "the real deal" (also das Originalprodukt)?

Laura S.

Kommentare:

  1. Ich kaufe öfter mal nachgemachte Sachen. Oft fällt es auf den ersten Blick auch garnicht auf. Ich sehe es einfach nicht ein, für ein Produkt soo viel Geld auszugeben, wenn ein günstigeres Produkt genau dieselben Eigenschaften hat. Was ist an der teuren Tasche z.B. besser als an der Nachgemachten, die du gekauft hast?
    Die werden auch höchstwahrscheinlich beide in Asien hergestellt, nur mit nem anderen Preis versehen oder es gibt mehr Zwischenhändler, die was dran verdienen. Also ich finde es völlig okay, etwas nachgemachtes zu kaufen.

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    1. Genau so sehe ich das auch. Freut mich, dass ich also nicht die Einzige bin, die das so sieht. :) Vielen Dank für deinen Kommentar!

      Laura S.

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  2. ist so!! warum so viel geld für etwas ausgeben wenn etwas günstigeres genau so gut ist?

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  3. Ich finde das ganz oke, denn die Tasche von Celine ist eine sehr "unauffällige" (im Verglecih zu einer Louis Vuitton zb) und auch sehr, sehr teuer.
    Haben wir ja bei den Chanel Taschen auch dass es zum Glück normale Henkeltaschen auhch gibt :)

    Liebst
    Svetlana

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    1. Ja, bei einer gefälschten LV finde ich das auch nochmal etwas anderes, weil das Muster ja dann doch sehr auffällig ist.
      Danke für deine Meinung hier! :)

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  4. Ich muss sagen, ich finde diese Look-Alikes ganz ganz furchtbar. Und sein wir mal ehrlich: deine Tasche da sieht so gut wie 1:1 aus wie die celine. Nur ohne Markenschriftzug. Ich finde es auch vollkommen in Ordnung dass nicht jeder dann so eine Tasche hat, oder haben darf, wie du so schön sagst, weil er keine mehrere 100€ hat. Ich finde es muss sehr teure, teure und auch günstige Sachen geben. Die sehen dann eben nicht genau gleich aus. Für mich ist das eher ein Ansporn dass ich sage: so eine Tasche möchte ich mir später auch kaufen können, deswegen bemühe ich mich um so mehr in meinem leben was zu erreichen.
    Außerdem: rein rechtlich gesehen darf man das nicht soweit ich weiß. Das Design der celine Tasche ist ein geschmacksmuster und eigentlich geschützt. Nicht nur der Markenname.
    Zusätzlich finde ich es in gewisser weise unfair. Der Designer hinter de Tasche hatte eine menge Arbeit sie überhaupt zu entwickeln etc pp. Das ist ja nicht mal eben so gemacht. Da steckt viel Arbeit und Herzblut und auch ne menge Geld hinter. Deswegen ist der Preis teilweise(!!) gerechtfertigt. Da fällt ja nicht nur Material ins Gewicht.
    Klar man kann das Rad nicht immer neu erfinden, und bei einfachen "Standard" Designs darf da meiner Meinung nach gerne geklaut und no Name produziert werden. Aber bei so etwas markantem? Man sieht ja auch den ersten Blick dass es eigentlich eine Celine sein müsste.
    Ganz wichtig: ich verurteile keinen, der sich so etwas trotzdem kauft! Kann ja jeder selber entscheiden. Das ist auch nicht böse gemeint oder sonstiges. Lediglich meine Meinung :)

    Ganz liebe Grüße,
    Tally von CatCrystal.com

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  5. Auf der einen Seite muss ich Tally recht geben.
    Auf der anderen zahlt man in meisten Fällen zu 50% das Label/die Marke des Artikels, was nicht unbedingt etwas mit der Qualität zu tun haben muss (wenn man mal von 0815 Billigfakes absieht).
    Ich finde es nicht weiter schlimm, sich ein Lookalike zu kaufen. Schließlich kauft man die den Artikel ja, weil er einem vom Design her gefällt und nicht, weil'n fettes Logo drauf prangt.
    Klar, die Kopien sind und bleiben dreist, aber der Designer wird dadurch kaum/wenig Einbußen haben. Sein Klientel wird ihm auch weiterhin treu bleiben und die, die die Lookalikes kaufen, hätten eh nicht das nötige Kleingeld. Vielleicht kommt es ihm langfristig dann sogar doch noch zu gute.

    Liebst
    Jane von Shades of Ivory

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    1. Genau wegen letztem Argument habe ich im letzten Moment beschlossen, dass ich es okay finde, sie zu kaufen. Bin auch nicht unbedingt ein Fan von sowas, aber in diesem einen Fall...

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  6. Also mir geht es dabei nicht um finanzielle Einbußen. Sonder viel mehr um den "Klau" von geistigem Eigentum. Der Designer macht sich Gedanken und schafft etwas neues wunderbares, was dann eben auch nur für ein gewisses Klientel, bzw eine gewissen Zielgruppe erhältlich ist und sein soll, weil es eben für ein bestimmtes Label in einem bestimmten Segment, sei es nun Luxus oder Premium oder was auch immer, erstellt worden ist. Dahinter steckt nicht eben nur Material, sondern Kosten die Marketing und Forschung (im Sinne von Markt- und Trendforschung) beinhalten, aber auch Manager bezahlen die sagen: wir positionieren uns genau in diesem Segment, mit dieser Zielgruppe und keiner anderen.
    Würde mich als Designer fuchsig machen. Mal abgesehen davon dass auch liebe in so einer Tasche steckt.
    Für mich ist Mode eben etwas anderes als nur hübsch aussehen, mag vielleicht auch daran liegen, dass ich das studiere und da mittlerweile einen tieferen Einblick hinter das ganze habe.
    Zu deinem Kommentar auf Facebook liebe Laura: nein es ist nicht legal. Beim Geschmacksmuster geht es darum, dass diejenigen Merkmale eines Designs, welche bei Anmeldung angeben werden und erstreckt sich auf jedes Design dass bei einem Benutzer den selben Gesamteindruck hervorruft. Heißt so viel wie: selbst wenn eine Sache anders ist, der Gesamteindruck aber doch stark an diese Tasche erinnert, bzw die wesentlichen Merkmale vertreten sind, fällt es unter dieses Recht. Geht aber keiner dagegen richtig an, da es einfach viel zu viele gibt.

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    1. Kann deinen Standpunkt sehr gut verstehen, deswegen hatte ich eben überlegt, ob ich das wirklich "bringen" kann.
      Zu 100% bin ich immer noch nicht sicher, aber da ich sonst sowas auch nie kaufen würde, dachte ich mir, dass ich ein Mal eine Ausnahme machen kann (was hier jetzt für dich nicht ubedingt Sinn ergeben muss).
      Gut, dann habe ich mich getäuscht, dachte, es würde wirklich darum gehen, dass das Produkt exakt gleich sein muss und dem neuen Besitzer vorgegaukelt wird, es wäre ein Original. Mein Fehler, dafür entschuldige ich mich natürlich.

      Danke für deinen ehrlichen Kommentar!

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  7. Ups: das diejenigen Merkmale eines Designs, die angegeben werden geschützt sind. Vor lauter lauter vergessen, hihi. Entschuldige.

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  8. An dem Thema scheiden sich ja bekanntlich die Geister. Ich, als bekennende Kundin von Designern, kann vielleicht nochmal eine ganz andere Sichtweise in die Diskussion einbringen.

    Für mich persönlich steckt der Anreiz zum Kaufen solcher Produkte nämlich vor allem in der Qualität.

    Juulz testet sagt: „Was ist an der teuren Tasche besser als an der Nachgemachten? Die werden höchstwahrscheinlich beide in Asien hergestellt und mit einem anderen Preis versehen.“ Das ist schlichtweg falsch.

    Während ein Original (sei es Céline, Louis Vuitton, Prada oder Michael Kors) grundsätzlich aus hochwertigen Materialien hergestellt wird (meist gutes bis sehr gutes Leder und/oder Canvas) und anschließend in Handarbeit zusammengenäht wird, besteht ein Plagiat meist aus zusammengeklebten Stückchen minderwertigem Gummi. Und das sieht man. Immer.

    Die meisten Designerprodukte werden übrigens in Frankreich, Italien oder den USA hergestellt. Die Mitarbeiter werden für ihre Arbeit angemessen bezahlt. Das spiegelt sich dann, zusätzlich zu anfallenden Materialkosten, dementsprechend im Preis des Produkts wieder. Auch hier kann ich Juulz testet also nur widersprechen.

    Ein anderer Aspekt ist der exzellente Service. Selbstverständlich kann auch eine 2000€ Tasche mal einen Makel haben, allerdings wird einem als Kunde ein großartiger Support geboten; die Tasche auf Kosten des Hauses repariert oder gegen eine neue Tasche ausgetauscht.

    Es ist natürlich völlig legitim zu sagen „Ich kann mir so eine teure Tasche nicht leisten.“ (auch wenn man theoretisch darauf sparen bzw. hinarbeiten könnte). Allerdings sollte man einsehen, dass ein Look-A-Like oder gar ein Plagiat eben nicht genau wie ein Original (nur viel günstiger) ist. Und ein Kenner wird ein Plagiat auch immer vom Original unterscheiden können.

    Es ist nur eine Theorie meinerseits, aber ich glaube, dass viele Träger solcher Plagiate einen Wohlstand bzw. finanziellen Reichtum verkörpern wollen, den sie eigentlich gar nicht besitzen. Abgesehen davon hat echter Wohlstand nichts mit finanziellen Mitteln und schon gar nichts mit Handtaschen zutun. Ich schweife ab.

    Auch wenn ich finde, dass dein Look-A-Like schon sehr Céline inspiriert ist, ist es im Endeffekt kein Plagiat und somit legal. Ob ich das nun gut oder schlecht finde tut dementsprechend nichts zur Sache.

    Es war auch schon immer Gang und Gebe, dass Modehäuser sich von renommierten Designern inspirieren lassen. Die Bluse von Zara, das Paar Schuhe von H&M - alles hat seine größere Designer-Schwester, wetten? Von daher würde ich mich in dem Punkt gar nicht verunsichern lassen.

    So; nun ist mein Kommentar wahrscheinlich länger als der ursprüngliche Artikel. Viel Spaß mit deiner neuen Handtasche und toi, toi, toi, dass es irgendwann für das Original von Céline reicht.

    PS: Louis Vuitton hat übrigens mal ein tolles Video zur Herstellung seiner Schuhe veröffentlicht. Das findest du hier.

    Sonnige Grüße aus Italien,
    Zara-Janina

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    1. Wie schon gesagt: das Design ist geschützt. Nicht nur der Markenname.( Stichwort: Geschmacksmuster!!) es gibt da noch ZIG andere Regelungen, nicht nur dass man nicht Celiné auf seine Tasche schreiben darf. Weiß nur keiner.
      Zara darf das auch nicht machen und es klagen jedes Jahr mehrere Firmen gegen zara. Problem hier ist nur, das zara unglaublich schnelllebig ist. Produktion und Entwicklung sind direkt gegenüber voneinander (wortwörtlich) und zara hat bekanntlich alle 2 Woche neue Teile. Bis da eine Klage greift, ist das Produkt schon längst vom Markt und in unseren Kleiderschränken.

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    2. Danke für deinen ausführlichen Kommentar! Kann deinen Standpunkt auch sicherlich nachvollziehen, nur bei "Es ist nur eine Theorie meinerseits, aber ich glaube, dass viele Träger solcher Plagiate einen Wohlstand bzw. finanziellen Reichtum verkörpern wollen, den sie eigentlich gar nicht besitzen." muss ich dir widersprechen, da das keinenfalls mein Anliegen war.
      Mir ist nur bewusst, dass ich nicht so viel Geld für eine Tasche ausgeben möchte später und es mir zur Zeit eh nicht annähernd leisten könnte. Ich habe die Tasche allerdings nicht gekauft, um so zu wirken, als ob ich mir das leisten könnte, sondern weil ich sie einfach schön fand.

      Aber wie gesagt, beim Rest kann ich dir auf jeden Fall zustimmen. :)

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  9. Wo ist denn der Laden der diese Taschen vetkauft ?

    Und ich finde es auch nicht schlimm etwas nachgemachtes zu kaufen. Ganz ehrlich bin ich auch ein bisschen zu geizig tausende von euros für Taschen zu investieren am Ende zählt man eh nur den Namen :)

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  10. Wenn man in Peking z.B. die richtigen Kaufhäuser kennt, bekommt den LV Geldbeutel für 15 Eur, der sonst 600 kostet und eben nicht aus zusammen geklebten Stücken Plastik, sondern in vernünftigen Leder. Man kann zw verschiedenen Qualitäten wählen, bei denen man auch die Qualität des Leders frei wählen kann. Eine Celine fängt dann vielleicht bei 20 Eur und kostet in AAA Qualität dann vielleicht 100 Eur, ist dann aber auch auf den zweiten Blick nicht zu unterscheiden. Manche Taschen haben tat sächlich Ihren Wert aufgrund Ihrer Produktion und der Materialien (LV, MK usw...), bei einer Celine, bzw. Hermes und co ist der Preisunterschied dann jedoch nur noch die Marke, die den Preis hochtreibt. Wenn man eine Tasche eben so teuer verkauft, dann werden die Kosten eben nur gedeckt, wenn nur "Einzelstücke" verkauft werden. Wenn es sich jemand leisten will, soll er oder sie das. Aber wenn wie heute eine 18j mit Ihrem Papa und Ihrer Celine in der Bahn sitzt, dann wird daraus einfach nur eine verwöhnte Göre, wenn die Eltern nicht aufpassen. OK, ein bisschen Frust auf meine Frau, weil ich immer auf Bday oder XMas warten musste um mal wieder eine LV zu schenken trotz gutem Job und doch nichts gut genug war...Aber dann wars die falsche Frau...Wie auch immer....Peking ist sehr interessant dies bzgl...

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