PICTURE PERFECT

31. August 2014

Heute geht's also zurück in die Realität: nach 7 Wochen der dauerhaften Entspannung und ohne auch nur eine einzige Verpflichtung beginnt morgen die Schule los und dementsprechend hat es mich noch heute nach Thüringen in's Internat verschlagen. 
Und morgen - muss ich wieder funktionieren. Wie eine Maschine, die auf Knopfdruck abliefert. Ich werde wieder zur Perfektionistin mutieren und Zufriedenheit wird wohl wieder etwas schwieriger zu finden sein. Aber warum eigentlich?

Das größte Problem eines Perfektionisten ist wohl, dass er sich einfach nicht mit weniger als "perfekt" zufrieden geben möchte. Was genau perfekt ist, ist dabei aber dann meist doch nur schwammig definiert, sodass er im Endeffekt mit nichts zufrieden ist, was nicht außergewöhnlich spektakulär ist. 

   Perfection is a disease of a nation. - Pretty Hurts by Beyoncé    

Aneinanderreihungen von solchen Erlebnissen stauen sich schließlich als eine große Masse Unzufriedenheit und Enttäuschung über sich selber an und das führt, wie man sich denken kann, zu nichts Gutem - schlechte Laune ist der ständige Begleiter. Das ist das wohl größte Problem am Perfektionismus: Für den Betroffenen wird er manchmal zur puren Last.

Entstanden ist er bei mir wohl durch Angst vor Fehlern, Angst, etwas falsch zu machen. Man kriegt in der Schule meiner Meinung nach einfach viel zu oft erzählt, was man falsch macht. Fehler werden viel zu selten als Quelle für neue Erkenntnisse gesehen, viel mehr als "schlimm". Gut, in meiner Schule hält sich dieses Denken noch in Grenzen, aber an anderen Schulen sollte das sicherlich nochmal überdacht werden. Denn Angst vor Fehlern ist für mich eigentlich der größte Fehler überhaupt.

Andererseits hat Perfektionismus natürlich nicht nur schlechte Seiten - ohne ihn würde man vermutlich viel zu früh aufhören an seinen Angelegenheiten zu arbeiten. Wichtig ist eben nur, Perfektionismus nicht zum Wahn werden zu lassen. 
Und genau das werde ich dieses Schuljahr wieder versuchen. Ob's klappt... - werden wir sehen.

Laura S.

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